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Ein offener Brief an Regenbogen Tarnow: Ihr seid nicht allein!

Solidaritätsaufruf vereint viele Unterstützer: Bürger, Institutionen, Parteien und Politiker aus dem Landkreis Pfaffenhofen fordern die Offiziellen von Tarnow auf, die Stimmungsmache gegen queere Menschen zu beenden.

In Polen hat die PiS-Partei queere Menschen zum Feindbild erklärt. ​Demzufolge hat sich mehr als ein Drittel Polens inzwischen zur "LGBT-freien Zone" ausgerufen. Damit gelten in den dortigen Städten und Gemeinden homosexuelle, bisexuelle oder transsexuelle Menschen als offiziell unerwünscht. Auch unser polnischer Partnerlandkreis Tarnow hat eine homophobe Resolution verfasst.


Bürger, Institutionen, Parteien und Politiker aus dem Landkreis Pfaffenhofen, die sich für Gleichberechtigung und Menschenrechte einsetzen, haben nun einen Solidaritätsaufruf in Form eines offenen Briefes an die LGBT+-Community in Tarnow veröffentlicht.

Der Inhalt des auf deutsch und polnisch verfassten offenen Briefes, greift einen Hilferuf von Regenbogen Tarnow, dem dortigen Queer-Netzwerk, an den Landkreis Pfaffenhofen auf und lehnt unmissverständlich die öffentliche Stimmungsmache gegen queere Lebensmodelle ab.



Wörtlich steht im Dokument: “Wir und viele andere Bürger des Landkreis und der Stadt Pfaffenhofen haben mit Sorge und Bestürzung die Entwicklung verfolgt, dass in mehr als einem Drittel Polens homosexuelle, bisexuelle oder transsexuelle Menschen als offiziell unerwünscht gelten. Mit diesem offenen Brief möchten wir unsere Ablehnung gegen diese staatlich verordnete Diskriminierung zum Ausdruck bringen und fordern die Verantwortlichen im Landkreis Tarnow auf, die Diskriminierungen von queeren Menschen zu beenden.”


Die Unterzeichner möchten den Betroffenen darüber hinaus Mut machen und ihre Solidarität ausdrücken: “Haltet durch, gebt nicht auf und seid Euch hiermit sicher: Ihr seid nicht allein!”

Magdalena Stemmer von der SPD Arbeitsgruppe Tarnow mit dem ausgedruckten offenen Brief

Das offizielle Dokument zum Ausdrucken


Alle Unterstützer auf einen Blick:

Amnesty International Gruppe Pfaffenhofen an der Ilm AWO – Arbeiterwohlfahrt Pfaffenhofen an der Ilm Bündnis 90 / Die GRÜNEN im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm

Bürger-Energiegenossenschaft im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm e.G. Deutscher Gewerkschaftsbund Pfaffenhofen an der Ilm Eichenseher Ingenieure Energie- und Solarverein Pfaffenhofen e.V. Fridays For Future Pfaffenhofen an der Ilm GfG – Gemeinsam für Gemeinwohl Wählergruppe Initiative Pfaffenhofen ist bunt

Jugendparlament Pfaffenhofen an der Ilm


Mobile e.V. Soziale Gerechtigkeit – wir helfen e.V. Soziale Skulptur Hallertauer

SPD – Sozialdemokraten im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm

Andre Gersdorf, Vorsitzender Kreisjugendring Pfaffenhofen an der Ilm / Przewodniczący Organizacji “Kreisjugendring” Pfaffenhofen

Andreas Kießling | Anke Brückner Bernd Duschner, Vorsitzender von Freundschaft mit Valjevo e.V. / Przewodniczący Stowarzyszenia “Przyjaźń z Valjevo”

Christine Janicher-Buska, Vorsitzende Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Pfaffenhofen an der Ilm / Przewodnicząca “Bund Naturschutz” w okręgu Pfaffenhofen

Dieter Janecek, Mitglied des Deutschen Bundestages / Członek Niemieckiego Bundestagu

Dr. Volker Stagge, Leiter der Neuapostolischen Kirche Pfaffenhofen an der Ilm / Szef Nowego Kościoła Apostolskiego w Pfaffenhofen

Edith und Willi Käser

Elke Drack, Dritte Landrätin des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm / Trzeci Zastępca Przewodniczącego Powiatu Pfaffenhofen

Fabian Franke, Bernhard Schmidt, Oliver Tiedemann, die Geschäftsführung der Nepata Group / Zarząd Grupy Nepata

Florian Brunthaler, Vorstandsmitglied Alpenverein Pfaffenhofen an der Ilm / Członek Zarządu “Alpine Club”

Günter Helmbrecht | Günter Schmidt | Jakob Löw | Jeanette Koban | Julia Spitzenberger

Karl Huber, Stellvertreter des Landrats im Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm / Zastępca Administratora Powiatu w powiecie Pfaffenhofen

Karl Keller

Kerstin Schnapp, Vierte Landrätin des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm / Czwarty Zastępca Przewodniczącego Powiatu Pfaffenhofen

Kim Kießling, Pfarrerin | Pastor

Lisa Schwarzmüller, Redaktion hallertau.de / Redaktorka hallertau.de

Mirco Ebert | Monika Michl | Peter Pilnei | Peter Zartner | Petra und Rudi Jansky | Rebekka Ebert-Schwarz | Richard Zeitler Roland Dörfler, Zweiter Bürgermeister Stadt Pfaffenhofen an der Ilm / Zastępca Burmistrza Miasta Pfaffenhofen

Stefan Gröller | Stephan Ebertshäuser | Stephanie Christiane Buck

Tanja Eifertinger, Vorsitzende der Kleiderkammer Pfaffenhofen an der Ilm e.V. / Przewodnicząca organizacji charytatywnej “Kleiderkammer”

Thomas Herker, Erster Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen an der Ilm / Burmistrz Miasta Pfaffenhofen

Tristan Ebertshäuser | Ula Wojtas | Wasiem von Heydebrand

Werner Hammerschmid, Dritter Bürgermeister Wolnzach / Trzeci Burmistrz gminy Wolnzach

Magdalena Stemmer, Markus Käser & Lukas Westner, AG Tarnow in der SPD / Grupa robocza ds. partnerstwa z powiatem tarnowskim w partii SPD

Norbert März, Andreas Sigl-März & Claudia Hander von Queer-Pfaffenhofen / Organizacja “Queer- Pfaffenhofen”



Statement von Regenbogen Tarnow "We really count on you!"

Monika Bujak, Regenbogen Tarnow

We, “Tęczowy Tarnów” (The Rainbow Tarnów), want to address all your concerns and questions, when it comes to the partnership between our Counties.

We’ve asked you (in our e-mail from 02 March 2020), the Pfaffenhofen local authorities, for definite reaction to anti-LGBT+ resolutions in our County, because human rights should be our common value and should never be a subject of any discussion. Unfortunately, these rights are being violated by our Tarnow County Council and by Polish government.

It was brought to out attention, that some of you think, that because of the II WW you are in no position to get involved in any situations in Poland. Actually, it’s quite the opposite. The main reason we all le


arn about the history is to avoid making the same mistakes over and over again. And who knows better than Poles and Germans, where the hate speech and dehumanization of some groups of people can lead us? So, especially because of our past, we should do whatever we can, to stop the Nazi narration pointed at LGBT+ community in our region.

We talk every day to LGBT+ people from our county, and we hear many dramatic stories about the violence they experience at school, at home, on the street. They live in constant fear. They can’t openly be who they really are. Coming out is an act of heroism. We can’t look away and leave them alone.


We need your help!

Breaking or suspending partnership by Pfaffenhofen is extremely important here, in Tarnów County. It would be a sign for all Polish local authorities, who accepted those homophobic laws, that the world is watching and that it’s unacceptable. Suspending partnership would give them opportunity to think it over once again and would give them a chance to step back and withdraw these harmful resolutions.


At the beginning of this year, there were a few cases of suspended/ broken partnerships between foreign cities and Polish counties or towns that passed anti-LGBT+ resolutions. Polish media were talking about it, there was a big discussion in Poland about it. And it helped a lot, because last year local coucils were passing these harmfull laws easily, but this year many regions refused to pass them on, because they were scared of losing benefits, that foreign partnerships give to their citizens.


And also, that would be a great support for all LGBT+ people in Poland (especially teenagers). A sign, that someone cares and sees their struggle. And a big help for all Polish LGBT+ activists and allies, to show that noone can violate the human rights and that we're not histerical or "overreacting".


We really count on you!

Yours sincerely,

Greta Pękała

Zuzanna Iwaniec

Monika Bujak


Update: Kreiausschuss Lkr. Pfaffenhofen 29.06.2020

Folgender Beschlussvorschlag von SPD-Fraktionssprecher Markus Käser zum zum weiteren Vorgehen wurde so einstimmig angenommen:


Gemeinsame Grundwerte wirksam wahren.

Als Demokraten haben wir die Mehrheitsentscheidungen des regionalen Parlamentes im Kreis Tarnow zu akzeptieren, aber die Fortsetzung der offiziellen Partnerschaft mit dem Landkreis Pfaffenhofen halten wir nur dann für möglich, wenn unsere gemeinsamen Grundwerte gewahrt bleiben. Die homophoben Äußerungen, Beschlüssen und Handlungen seitens der regionalen Regierung des Landkreises Tarnow lehnen wir ab.


Andererseits wollen wir mühsam aufgebaute Brücken und persönliche Verbindungen bewahren und zum Dialog bzw. zur Verbesserung der Situation für Betroffene nutzen.

Partnerschaften auf informeller Ebene wollen wir intensivieren und weiterentwickeln.

Beschlussvorschlag:

Entscheidungsgrundlagen schaffen: Offenen Dialog mit Bezug auf die EU-Grundrechte-Charta starten

Über eine Fortsetzung der offiziellen Partnerschaft kann auf der aktuellen Basis noch nicht entschieden werden. Landrat Gürtner (oder die Verwaltung) wird beauftragt einen offenen Dialog mit Betroffenen und Offiziellen in Tarnow zu führen, wie eine gemeinsame Basis für eine mögliche Fortsetzung der Partnerschaft aussehen könnte bzw. ob es dazu eine gemeinsame Grundlage gibt.

Dabei soll unter anderem die Charta der Grundrechte der Europäischen Union wörtlich / zitiert einfließen bzw. die Grundlage sein.

Artikel 21 / Abs. 1: Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten. Somit ist die politische Entscheidung bis auf Weiteres vertagt.

SPD Kreisverband Pfaffenhofen an der Ilm
Scheyerer Straße 10, 85276 Pfaffenhofen
info@spd-paf.de
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