Hammerschmid: "Rohrmann und Heinrich sollten mal einen Tag selbst in der Notaufnahme arbeiten!"

CSU erwägt Stopp der Sanierungsmaßnahmen. Klinik-Aufsichtsrat Werner Hammerschmid (SPD) attestiert CSU-Funktionären ein Leben in einer politischen Scheinwelt.

Werner Hammerschmid (SPD) - Aufsichtsrat der Ilmtalklinik

Stellungnahme von Werner Hammerschmid zum Bericht, „CSU fordert mehr Transparenz“ im DK vom 15. / 16.05.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Aufsichtsrat der Ilmtalklinik Pfaffenhofen möchte ich folgende

Anmerkungen zum Zeitungsbericht machen.

1. Zum Austausch der Landräte mit dem OB der Stadt Ingolstadt

Eine der Hauptaufgaben eines Landrates bzw. Oberbürgermeisters ist die

Gesundheitsvorsorge seiner Bürger. Hier Gespräche zu führen die keine

Denkverbote beinhalten begrüße ich sehr. Zeigt es uns doch, dass hier die

Landräte und der OB den Bezug zur Realität nicht verloren haben. Gerade in

Coronazeiten ist es unabdingbar GEMEINSAME Strategien festzulegen und

auch in die Zukunft zu denken.

2. Zur Beteiligung der Gremien, wie Aufsichtsrat oder Kreisrat

Den Landräten und dem OB muss man schon zugestehen in Ihrem Kreis

Sachverhalte und Visionen zu besprechen ohne dass sofort die Gremien

informiert werden. Da es in diesen Gesprächsrunden eh keine Beschlüsse

geben kann und wird, sind diese Treffen eher als Jour fix zu sehen und dient

der Zusammenarbeit in der Region, die in meinen Augen in den letzten

Jahren eh vernachlässigt wurde.

Jetzt kommt aber der in meinen Augen wichtigste Punkt:

3. Sollte man die Baumaßnahmen stoppen und überdenken ?

Herr Rohrmann ist erst seit kurzer Zeit im Aufsichtsrat und kennt die

einzelnen Internas nicht oder nur vom hören sagen, dies sei zu seiner

Entschuldigung anzuführen, dass aber ein Herr Alt-Bürgermeister und

langjähriger Aufsichtsrat und Kreisrat auch noch in dieser Forderung eine

Option sieht ist in meinen Augen mehr wie verwunderlich.

Gerade der Umbau der Ilmtalklinik begleitet mich als Aufsichtsrat jetzt schon

seit über 10 Jahren und auch Aufsichtsrat Heinrich ist in diesem Gremium ein

„alter Hase“.

Wer jetzt, in dieser Situation einen Stop der Umbaumaßnahmen fordert hat

den Sinn und Zweck des Umbaus entweder nicht begriffen oder lebt in einer

politischen Scheinwelt die im Jahre 2021 nur eines kann, unseren Landrat

Herrn Gürtner vorzuführen oder im Namen der Transparenz Unsinn fordert.

Nur mal kurz zu den Umbaumaßnahmen, tiefere Ausführungen würden den

Rahmen sprengen.

Beispiel Notaufnahme:

Die Notaufnahme ist seit Jahren räumlich am Limit, dies wird sich auch nicht

ändern wenn Wir zehn Klinikverbünde gründen und diese zwecks

Geldeinsparungen betreiben.

Ich komme fast täglich mehrmals in die Notaufnahme der ITK um Notfall-

Patienten und andere Patienten einzuweisen. Der momentane Arbeitsablauf in der Notaufnahme mit ihren begrenzten

Räumlichkeiten ist ein Spagat zwischen „geht so und geht gerade noch“ und

wird nur kompensiert durch die sehr gute Arbeit der dort Beschäftigten und

der neuen Organisation der Leiterin Frau Dr. Krömer.

Ich würde Herrn Rohrmann und auch Herrn Heinrich mal raten einen Tag in

der Notaufnahme zu verbringen um sich vor Ort ein Bild zu machen wie es

hier ist zu arbeiten mit den sehr beengten Räumen, wo Patienten mit den

unterschiedlichsten Krankheitsbildern nebeneinander auf den Liegen sind

und zwecks Raummangel, weil die eh voll sind, keine Privatsphäre besitzen.

Eine sehr sehr schmale Gratwanderung die hier täglich gemacht wird.

Und jetzt wird ein Baustopp gefordert der diese Abläufe und Komplikationen

noch weiter laufen lässt und sogar noch verstärkt, denn der

Patientenzuwachs steht in keinem Verhältnis zum Raumangebot.

Dies ist nur EIN Beispiel, ich könnte hier zeitungsfüllend berichten wie die

Raumkapazitäten im Jahre 2021 täglich an ihre Grenzen kommen, sei es in

der Küche, auf den einzelnen Stationen usw. usw.

Ein Krankenhaus kann nur zukunftsfähig aufgestellt werden wenn die

räumlichen Kapazitäten auch ausreichend und modern geschaffen werden.

Dies versuchen wir im Aufsichtsrat und im Kreisrat seit Jahren umzusetzen.

Jetzt wo wir Land sehen, sollten wir kurz vor Startbeginn nochmals ALLES in

Frage stellen „nur“ weil Landräte und der OB Gespräche ohne Denkverbote

führen und sich über einen Klinikverbund unterhalten. Wir sollten froh sein,

dass hier in die Zukunft gedacht wird, die Entscheidung darüber, wie oder

wann dies geschieht liegt in den einzelnen Gremien und nicht bei den

Landräten und dem OB, dies dürfte aber auch ein Aufsichtsrat und Kreisrat

wissen.

Bitte lasst uns gemeinsam die Zukunft der Ilmtalklinik auf den Weg bringen

und fangen endlich an zu bauen bzw. zu modernisieren. Wir sind es den

Patienten UND unserem großartigen Personal schuldig.

Persönliche Stellungnahme des Aufsichtsrates und Kreisrates

Werner Hammerschmid (SPD) Mehr zum Thema: 135 Millionen für die Ilmtalklinik SPD: "Ja zur Ilmtalklinik ohne wenn und aber!"