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Mittwoch
Apr182012

Nein zum Betreuungsgeld! Lügen und Wahrheiten zum Thema Kinderbetreuung


Anlässlich der breiten Diskussion innerhalb der Regierungskoalition zur Einführung des Betreuunggeld im Folgenden einige Sachargumente und Gegendarstellungen zu den aktuellen Veröffentlichungen der CSU.


Die CSU meint:

„Das Betreuungsgeld ist anderswo bereits ein Erfolgsmodell“ und
führt als Beweis skandinavische Länder an.

Fakt ist:
Das Betreuungsgeld in Norwegen und Finnland ist mehr als doppelt so hoch wie das von der CSU geforderte, außerdem wurden parallel massiv Krippenplätze ausgebaut. In Norwegen wird über die Abschaffung des Betreuungsgelds diskutiert, seit die Kitaplätze an die 100-Prozent-Marke gehen. In Finnland nutzen Familien das Betreuungsgeld, um private Kinderbetreuung zu finanzieren und arbeiten trotzdem überwiegend in Vollzeit. Ein besser vergleichbares Beispiel ist Thüringen: Dort führte das Landes-Betreuungsgeld laut einer Studie des Bonner Forschungsinstitutes zur Zukunft der Arbeit (IZA) zu Nachteilen in der frühkindlichen Entwicklung und einem Rückgang der Frauenerwerbsquote.

Die CSU meint:
„Das Betreuungsgeld unterstützt die Wahlfreiheit der Eltern.“

Fakt ist:
Wahlfreiheit können Eltern nur haben, wenn sie sich darauf verlassen können, im Bedarfsfall einen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen zu können. Bayern liegt mit einer Ganztagsbetreuungsquote von 5,9 Prozent zusammen mit Niedersachsen auf dem letzten Platz der bundesdeutschen Länder. Will etwa die CSU von fehlenden Betreuungsplätzen durch das Betreuungsgeld ablenken? Um den Bedarf zu decken, sind jedenfalls die Milliarden unbedingt nötig, welche die CSU in das Betreuungsgeld stecken will.

Die CSU meint:
„Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Betreuungsgeld keinen Einfluss auf die Erwerbstätigkeit der Eltern hat.“

Fakt ist:
Das Betreuungsgeld macht den Wiedereinstieg in den Beruf für Frauen unattraktiver. Eine aktuelle Studie des Bonner Forschungsinstitutes zur Zukunft der Arbeit (IZA) über die Auswirkungen des Thüringer Modells, wo es das Betreuungsgeld in der von der CSU vorgeschlagenen Form bereits gibt, belegt, dass besonders gering qualifizierte bzw. Teilzeit arbeitende Mütter ihre Erwerbstätigkeit einschränken und das Geld in Anspruch nehmen – mit der Folge, dass sie ohne Arbeit besonders von Armut gefährdet und durch fehlende Rentenansprüche insbesondere von Altersarmut bedroht sind.

Die CSU meint:
„Das Betreuungsgeld wird kein Kind von der Kindertagesstätte abhalten.
Dagegen wird die Familie gestärkt.“

Fakt ist:
Die Forscher des Bonner Institutes IZA ermittelten in Thüringen ebenso, dass der Anteil der ausschließlich zu Hause betreuten Kinder in Folge der dortigen Einführung des Betreuungsgeldes um 20 Prozent anstieg. Neben der Betreuung in Kindertagesstätten ging auch die "informelle" Betreuung etwa durch Nachbarn und Freunde zurück. Darüber hinaus belegt die Studie Auswirkungen auf die gesamte Familie: Ältere Geschwister blieben dem Kindergarten häufiger fern, die Erwerbsbeteiligung der Väter ging ebenfalls leicht zurück. Steigende Geburtenraten lassen sich hingegen als Folge des Betreuungsgelds nicht nachweisen.

Die CSU meint:
„Das Betreuungsgeld ist ein Zeichen sozialer Gerechtigkeit.“

Fakt ist:
Das Betreuungsgeld verhindert frühkindliche Bildung in Kitas und beeinträchtigt somit die Zukunftschancen von Kindern. Gleichzeitig erschwert es die Integration von Kindern aus Einwandererfamilien und behindert die Rückkehr von Frauen ins Arbeitsleben. Somit ist das Betreuungsgeld ein milliardenschweres staatliches Programm zur Verhinderung von Aufstiegschancen und vertieft soziale Ungerechtigkeit.

Die CSU meint:
"Die Kritiker des Betreuungsgeldes sitzen im linken Lager, wo man ideologisch denkt und glaubt, der Staat könnte besser als die Eltern entscheiden, wie ihre Kinder betreut werden."

Fakt ist:
Kritik am Betreuungsgeld kommt aus allen Teilen des gesellschaftlichen Spektrums – von Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden über Gewerkschaften, internationale Organisationen, die evangelische Kirche wie die Katholischen Landfrauen, bis hin zu Vertretern aller im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der CSU. Nicht zuletzt lehnt eine überwältigende Mehrheit der Deutschen den CSU-Vorschlag ab. Ideologisch denkt hier nur die CSU, die gegen einen breiten gesellschaftlichen Konsens weiter daran festhält, Milliarden verschwenden zu wollen, um ein veraltetes Gesellschafts- und Familienbild zu fördern.

Die CSU meint:
Kritik am Betreuungsgeld sei eine „Herabsetzung und Diskriminierung“ von Familien.

Fakt ist:
Wer Familien fördern will, muss Betreuungsplätze ausbauen. Die CSU will das Betreuungsgeld auch an Eltern geben, die ihre Kinder zu Tagesmüttern bringen. Ziel ist, Kinder von Kitas fernzuhalten. Ab 2013 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz – bisher aber stehen nur für rund ein Viertel aller Kinder unter drei Jahren Kita-Plätze zur Verfügung. Die CSU diskriminiert somit nicht nur die Wahlfreiheit von Familien, ihre Kinder in Kitas betreuen zu lassen, sondern auch die Berufschancen von Frauen, die ihre Kinder mangels Kita-Platz zuhause erziehen müssen.

Die CSU meint:
Nirgends in Bayern ist die Betreuungssituation der unter 3-Jährigen so schlecht wie in München. Daran sie Christian Ude und der rot-grüne Stadtrat schuld.

Fakt ist:
Die Landeshauptstadt München ist dem westdeutschen Bundesdurchschnitt mit einem Versorgungsgrad von 36% weit voraus (Durchschnitt: 15%). Fakt ist, dass sich die Nachfrage gerade in München, wo meistens zwei Einkommen für den Lebensunterhalt notwendig sind, weit dynamischer entwickelt als im restlichen Freistaat. Der außerordentliche, bundesweit einmalige Geburtenüberschuss führt ebenfalls zu einem ständigen Anstieg der Nachfrage. Einer letzten Abfrage zufolge liegt der Bedarf in München bei 60%, vermutlich wird er weiter steigen. Der Ausbau der Kinderbetreuung der unter Dreijährigen gehört deshalb zu den großen Anstrengungen der Stadt im Mehrjahresinvestitionsprogramm 2011 – 2015. Im Jahr 2011 hatte die Stadt München für die gesamte Kindertagesbetreuung in Krippen, Kindergärten und
Kooperationseinrichtungen im optimierten Regiebetrieb über 428 Millionen Euro vorgesehen – eine gigantische Größenordnung. Allein für die Krippen gab die Stadt 2010 – ohne Zuschüsse und Einnahmen – selber 69 Millionen Euro aus – 9 Millionen mehr als im Vorjahr. Da kann niemand bestreiten, dass der Ausbau rasant vorangeht und die Stadt sich bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit engagiert. Dabei ist nicht zu verkennen, dass sich der Freistaat bei den Investitionskosten fair beteiligt, bei den Betriebskosten, zu deren Natur es gehört, jedes Jahr aufs Neue anzufallen, tut er dies aber nicht. Beim Großteil der Betriebskosten für Personal, Miete, Heizung und Reinigung lässt der Freistaat die Kommunen im Regen stehen.

Fakt ist auch:

Bayern hat enormen Nachholbedarf bei Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. Bundesweit liegt der Freistaat mit einer Ganztagsbetreuungsquote von 5,9 Prozent an letzter Stelle – der Bundesdurchschnitt ist 12,9 Prozent! Ab 2013 hat jedes Kind unter drei Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz. Der Deutsche Städtetag geht in größeren Städten von einem tatsächlichen Bedarf von 50 Prozent aus. Dieser Bedarf ist bei weitem noch nicht gedeckt. Das bedeutet: Land und Bund müssen schnell und massiv in den Ausbau der Kindertagesstätten investieren.

Wenn Familien wirkliche Wahlfreiheit haben sollen, dann muss das Betreuungsgeld gestoppt und die dafür vorgesehenen Gelder in die frühkindliche Erziehung investiert werden – in erster Linie zum Wohle der Entwicklung unserer Kinder. Bildung von Anfang an ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit in unserer Gesellschaft.

Liebe Eltern,

lassen Sie die Rückkehr reaktionärer Weltbilder nicht zu!
Sagen Sie "NEIN" zum Betreuungsgeld und helfen Sie mit den Ausbau der Kindertagestätten zu sichern.

Unterzeichnen Sie deshalb hier die Petition für mehr Kinderbetreuung und gegen die Einführung des Betreuungsgeldes.

Viele Grüße

Markus Käser



Montag
Apr022012

Da hat doch einer mein #facebookvideo-ungefragtgeteilt

Nachdem Landrat Wolf im heutigem PK Bericht davon spricht, das Aufsichtsratsprotokoll der Ilmtalklinik entsprechend seinen letzten öffentlichen Aussagen durch Abstimmung anpassen zu lassen, löschte nun auch noch der ehemalige CSU-Kreisvorsitzende Straub, ein auf seinem Facebookprofil eingestelltes Handy-Video des Söderschen Wahlkampfauftrittes in Pfaffenhofen zur Kinderstation.

Selbiges hatte er damals noch direkt aus der Versammlung euphorisch mit dem Titel „Wir haben die Zusage für 5 Betten für die Kinderstation“ durchs Netz gejagt.

In einem späteren öffentlichen Kommentar antwortet Straub dann dem Kreisvorsitzenden der Grünen Norbert Ettenhuber:
„Lieber Herr Ettenhuber, ich habe das Video gelöscht , da mich, nachdem Herr Käser dieses Video von meinem Profil ungefragt geteilt hat, viele Glückwünsche erreicht haben, das die Kinderklinik jetzt da ist. Die Mehrzahl glaubte es ist von heute ! Da ich mich bewusst vollständig aus der Kreispolitik verabschiedet habe, werde ich jeden Anschein politischer Tätigkeit vermeiden ! Ich denke sie finden genügend Quellen in denen das Versprechen ebenso beschrieben wird und es ihnen damit möglich ist, mir das Löschen eines Videos von meinem (!) Profil erlaubt ist. Übrigens ist es auch kein Zeitdokument, den es war ein ganz anderer Ausschnitt der Rede“


#facebookvideoungefragtgeteilt
- diese Aussage hat jedenfalls das Zeug zum Kult-Mem und mindestens die Qualität von #iminternetgeboren.



Insofern sollte der Spruch auf keinen Fall im Treibsand des Facebook-Universums untergehen, sondern hier seine ewige Würdigung erhalten.

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Freitag
Feb172012

Willkommen im IngolStadtLandPlus-Land


Mit der jünsten Kreistagsentscheidung geht die Ingolstadtlandplus-Odyssee also nun doch weiter. (PK Bericht vom 17.02.2012)

Zum besseren Verständnis hierzu erst ein kurzer Rückblick:
Bereits vor einem Jahr versuchten der damals amtierende Landrat und die Führungsriege des Regionalmanagements (alle heute nicht mehr im Amt) die in der Region umstrittene IRMA-Dachmarke "ingolstadtlandplus" auch ohne unsere demokratischen Gremien (Kreistag / Stadtrat / Gemeinderat) darüber abstimmen zu lassen, quasi durch die Hintertür einzuführen. Doch das Echo in den Kreisstädten geriet zum Debakel und der daraufhin befragte Kreistag, sowie der Stadtrat Pfaffenhofen befand die Dachmarke damals einstimmig als unpassend und forderte IRMA auf diese sofort auszusetzen, bzw. nachzubessern. (PK Artikel vom 20.07.2011)

Und heute?
Nun ein Jahr später, am Mittwoch, den 15.02.2012, stimmte der Pfaffenhofener Kreistag nun doch der weiteren Verwendung der Dachmarke mehrheitlich zu (ohne Stimmen der Grünen und SPD) und beschloss sogar noch weitere finanzielle Mittel um diese noch bekannter zu machen.

Absurd und ad absurdum!
Bei dieser Entscheidung, muss man sich doch erst einmal die Augen reiben. Vor allem aufgrund der unveränderten inhaltlichen Sachlage ist sie schon ein regionalpolitisches Armutszeugnis besonderer Güte. Das Gremium führte sich in diesem Punkt selbst "ad absurdum". Was wurde denn in der Zwischenzeit verbessert? Welcher neue Sachverhalt hat sich ergeben, dass sogar damalige Gegner zu Befürwortern wurden? Die Farbumstellung und der Austausch des Wortes "Raum" in "Region" im Claim konnten es doch wohl alleine nicht gewesen sein oder?

Gestern wie heute ist es Fakt:
Die zentrale Botschaft „ingolstadtlandplus“ wird nach wie vor der Vielfalt unserer Region und der verbindenden Funktion des regionalen Managements nicht gerecht!

Im „Handbuch für erfolgreiches Regionalmanagement“ der Bayerischen Staatsregierung steht zu lesen: „Durch regionales Management wird die regionale Identität gefördert und der regionale Konsens verbessert... Es soll bewirken, dass bei allen Akteuren und Betroffenen das Gefühl gestärkt wird, an einem gemeinsamen Projekt beteiligt zu sein.“

So gesehen war die Einführung und ist die Aussage der Regionalmarke „ingolstadtlandplus“ ein taktischer Rohrkrepierer, ein Symbol für aufgezwungene Meinung und im Ergebnis kein leuchtendes Beispiel für erfolgreiches Regionalmanagement. 250.000 Euro Entwicklungskosten und die Identitätsklitterung ganzer Landstriche als ingolstädter Land-Anhängsel inklusive.

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!“ (Goethes Faust)
Eine Botschaft funktioniert immer dann am besten, wenn Sie auch von innen heraus getragen und weitergegeben wird, wenn wir alle Botschafter sind! (Siehe "Lebenswerteste Stadt der Welt ;-). Aber egal ob aus der Hallertau, aus dem Spargelland, aus dem Donaumoos , aus dem Altmühltal, aus dem Jura oder aus der jungen Großstadt Ingolstadt -
wer unsere Region wirklich kennt, liebt und hier zuhause ist,
wer um den vielfältigen Charme und Charakter unserer Landschaften, Städte und Dörfer weiß,
der kann und wird kein leidenschaftlicher Botschafter dieser Dachmarke sein!

Und genau aufgrund dieser Tatsache kann ingolstadtlandplus den wichtigsten Anforderungen einer Markenidentität, nämlich Glaubwürdigkeit und Authentizität, nicht gerecht werden und wird deshalb schlichtweg nicht funktionieren.

"Das Thema interessiert doch keinen mehr?!"
Ich warte jetzt freilich auch wieder auf diejenigen, welche schon von anfang an damit argumentierten, dass "das Thema zu unwichtig sei, als lange darüber zu streiten".
Ja, wenn das Thema tatsächlich so unwichtig ist, dann hätte man es auch gleich und ohne Verluste in die Tonne treten können! Aber dazu hätten wohl doch viel zu viele ihr Gesicht verloren.
Insofern ist dem Mehrheitsbeschluss heute nichts mehr hinzuzufügen. Wenigstens demokratisch war´s am Ende dann doch noch. Immerhin! Und wie sagt es der Volksmund: "Die Zeit heilt alle Wunden!"



In diesem Sinne,

schöne Grüße aus dem "Ingolstadtlandplus-Land", aus dem südlichen unteren Eck Pfaffenhofen, ungefähr zwischen Hallertau und Spargelland, nicht weit von Ingolstadt und kurz vor München

Markus Käser
in der Hoffnung, dass der Volksmund recht hat...

P.S.:
Hier noch ein alter Kommentar
aus den Anfängen der Misere vom 21.06.2010


Samstag
Jan212012

Regionale Unterschriftenaktionen, Bürgerinitiativen und (e)Petitionen leicht gemacht


Auf den Seiten von openPetition, der Plattform für Online Unterschriftenaktionen, Bürgerinitiativen und (e)Petitionen - können auch regionale Petitionsseiten erstellt und verwaltet werden.
Bin gespannt wer die erste beim Landratsamt einreicht?

Mittwoch
Jan182012

Aller Anfang ist schwer... Unser Landkreis auf der Grünen Woche 2012

  Der Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm präsentiert sich vom 20. bis 29. Januar auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Grundsätzlich ein ganz guter Ansatz zur Sensibilisierung des Landkreises in punkto Tourismus. Doch stehen die Bemühungen des Landkreises noch ganz am Anfang. Noch wirkt der Auftritt wie ein "Kessel Buntes" ohne klare Botschaft und nutzt darüberhinaus nicht die Chance zur Vermarktung unserer schönen Landschaft und sauberen Natur- und Umwelt (ohne Gentechnik) oder zur Präsentation einer Marke für regionale Produkte. Auch zwingt sich der Gedanke auf, dass die Beteiligung auf der Grünen Woche Berlin eher den Beziehungen des Landrats zu ehemaligen Arbeitskollegen im Landwirtschaftsministerium, als einer konsequenten Vermarktungsstrategie geschuldet ist. Oder waren es einfach die lustigen kleinen "Gen-Monster" welche überall in der Republik für die Grüne Woche Werbung machen (siehe Bild unten), welche Martin Wolf so magnetisch angezogen haben? Ganz nach dem Motto: "Attraktionen, Sensationen, Monstrositäten..."

Wer weiß? Ich frage mich jedenfalls ob diese Plattform auch für die Zukunft die richtige ist. Ist die Grüne Woche doch eher eine Veranstaltung zur Huldigung der industriellen und konventionellen Landwirtschaft, bzw. eine Verbrauchermesse ohne erkennbares Profil. Das Label „Bio“ ist zwar mittlerweile so populär, dass es eine ganze Halle auf dem Messegelände einnimmt. Aber kritische Veranstaltungen zu industrieller Landwirtschaft gehen im Vergleich zur BioFach in der Wahrnehmung der Masse der Aktionen eher unter.



Gut, dass es die Aktivisten von "Wir haben es satt" auch noch gibt. Diese mischen auf eigene Kosten ebenfalls in Berlin mit und organisieren eine Demonstration für einen Systemwechsel hin zu einer bäuerlich-nachhaltigen und gesunden Landwirtschaft.

Aus meiner Sicht mehr als erfreulich ist die Tatsache, dass das größtenteils ungeliebte Regionallabel der Region 10 inzwischen keine Rolle mehr spielt. So auch nicht auf dem Messeauftritt des Landkreises Pfaffenhofen, der sich mittlerweile selbst als "Bayerns Mitte" präsentiert. Villeicht ja das nächste mal auch auf einer echten Tourismusmesse.

Hier das Programm im Überblick:
Als besondere Highlights kommen gleich am ersten Wochendende die Hopfenbotschafterinnen, das Deutsche Hopfenmuseum und das Kelten und Römer Museums aus Manching dran. An den folgenden Messetagen werben dann fünf Städte und Gemeinden aus dem Landkreis mit pfiffigen Slogans wie „Wolnzach, das Hopfenzentrum in Bayerns Mitte“, „Keltenhauptstadt Manching – Leben auf dem Land mit den Vorteilen der Nähe zur Großstadt“, „Geisenfeld - Liebenswerte Stadt im Herzen der Hallertau“, „Herzogstadt Vohburg – auf den Spuren von Agnes Bernauer“oder “Pfaffenhofen – lebenswerteste Stadt der Welt“ um die Besucher. Am letzten Wochenende präsentiert dann Pater Lukas vom Kloster Scheyern das bescheidene Leben der Benediktiner und das Tousimusbüro des Landrates zeigt Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung im Landkreis Pfaffenhofe, wie Wandern, Kultur, Natur, Bademöglichkeiten und vor allem auch Radfahren auf.


Toi, toi, toi!
Markus Käser

Üben die kleinen lustigen genmutierten Werbefiguren der Grüne-Woche-Kampagne auf Landrat Wolf eine magische Anziehungskraft aus? (Foto: Grüne Woche)